Persönliche Standortbestimmung in Sachen Volksmusik

von Hans Well

Persönliche Anmerkung von Walter Säckl, dem Initiator und Urheber von volXmusik.de:
Folgende „persönliche Standortbestimmung in Sachen Volksmusik“ von Hans Well deckt sich beinahe komplett mit meinem Ver­ständ­nis von Volksmusik und ist deshalb bestens geeignet, das Wesen der Volksmusik, wie sie dieses Forum versteht, zu be­schrei­ben. Ich verneige mich vor solcher Treffsicherheit in der Wortwahl und erlaube mir zu zitieren:

Weder Kitsch noch Museum

Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir das erste Mal mit Gerhard Polt im ehrwürdigen Hamburger Schauspielhaus auftraten, als erstes Stück einen schönen Landler spielten und das eigentlich als reseviert geltende Hamburger Publikum dabei wie entfesselt zu schunkeln begann. Diese ironische Reaktion, wie ein pawlowscher Reflex ausgelöst durch bayerische Musik, relativierte sich dann zwar sehr schnell mit dem nächsten Lied, doch solche Klischeevorstellungen begegnen uns auch in Teilen Bayerns immer wieder. Auf der einen Seite das Image der Volksmusik als erzkonsevativ bis reaktionär, auf der anderen das Deppenbild der Volkstümlichen. Die mangelnde Fähigkeit vieler Menschen, Volksmusik von volkstümlicher Musik zu unterscheiden, hat hauptsächlich regionale und mediale Ursachen. Bayern ist das einzige Land Deutschlands, in dem noch eine traditionelle Volksmusik existiert, im übrigen Deutschland ist sie längst verlorengegangen. Durch das Wissen um das Original ist die Abneigung gegen volkstümliche Musik in Bayern auch am weitesten verbreitet.

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